Die Schwerpunkte der Seminare liegen in den folgenden Arbeitsschwerpunkten:
- Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Vorurteile
- Demokratie und Partizipation
- Interkulturelle und Internationale Bildung
- Genderpädagogik
- Gesundheit Bewegung Erlebnispädagogik
- Medienpädagogik
Hier den Bildungsplan herunterladen
> Download des Dokumentes: BIP_2012.pdf
Feindbildszenarien scheinen derzeit die gesellschaftlichen Diskurse, den Alltag in Großstädten bzw. Ballungsräumen sowie die Medienberichterstattungen zu bestimmen. Grenzüberschreitungen, Menschenrechtsverletzungen und gewalttätige Auseinandersetzungen sind die täglichen Bilder, die uns via TV, Zeitschriften sowie Internet präsentiert werden. Dabei geht es in Deutschland und Europa zunehmend mehr auch um antisemitische und muslimfeindliche Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Besonders in den letzten Wochen und Monaten häufen sich die Talkshows und Medienberichterstattungen, die ‚den Islam‘ in den Focus nehmen. In Deutschland bildet sich zudem der Nahost Konflikt auch in oft kontroversen und polarisierenden Debatten ab. Spätestens seit dem Krieg im Gaza Anfang 2009 haben sich auch bei uns die Fronten zwischen den sog. ‚Israelfreunden‘ bzw. ‚Israelkritikern‘ verhärtet.
Jugendliche in Israel und Palästina wachsen darüber hinaus in besonderem Maße mit Feindbildern auf; die Separierung durch die Mauer und Checkpoints verhindert zudem reale Begegnungen. Aus den Medienberichten lässt sich z. Zt. folgendes Bild zeichnen:
Gewalt und Hassbekundungen finden nicht nur zwischen den Menschen aus beiden Gesellschaften und Religionen, sondern auch innerhalb derselben, statt. Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt erscheint immer mehr undurchdringbar. Die Bereitschaft zum Dialog und Konsens ist derzeit auf einem ‚Nullpunkt’. Hinzu kommt, dass auf 'legalem Wege' vor Ort keine Face to Face Begegnungen mehr stattfinden können bzw. dürfen.
Wie können Schule und Jugendbildung darauf reagieren bzw. dieses wichtige Feld aufbereiten und thematisieren?
“Leihst du mir deinen Blick?”
Das LidiceHaus hat gemeinsam mit Jugendlichen des Leistungskurs Geschichte (12. Jahrgang) der Oberstufe des Gymnasiums Leibnizplatz und ihrem Lehrer Peter Menken ein Dialogprojekt ins Leben gerufen – zusammen mit den Organisationen ‚Al Tariq‘ und ‚Parents Circle‘ (Palästina und Israel):
das Projekt „Leihst du mir deinen Blick?“ ist ein langfristiges virtuelles und reales Face to Face - Projekt, in dem sich die deutschen, israelischen und palästinensischen Jugendlichen zunächst im Web-Tool miteinander bekannt gemacht haben und sich so auf die erste Face to Face Begegnung im Sommer im LidiceHaus Bremen vorbereiteten.
Die israelischen Jugendlichen kommen aus der High School einer Kibbutzschule in Beersheva/ Israel – die palästinensischen Jugendlichen kommen aus einer Schule in Bethlehem bzw. Hebron in der Westbank. Wie stark die politischen Rahmenbedingungen den Verlauf solch eines Projektes gerade zu bestimmen können, konnten wir Projektverantwortlichen bereits in der Planungsphase erfahren: im Januar 2010 sollten die ersten Kontakte zwischen den Jugendlichen in dem eigens dafür eingerichteten Blog stattfinden – am 23. Januar wurde der palästinensische Jugendgruppenleiter bei einer nächtlichen Militärrazzia verhaftet und sitzt seitdem im israelischen Gefängnis. Dieses Ereignis hatte natürlich nicht nur auf die palästinensiche Jugendgruppe enorme Auswirkungen, sondern auch auf die Bereitschaft der israelischen Gruppe. Zweifel und Ängste machten sich breit. Wir (Peter Menken / Anette Klasing) mussten unseren bremischen TeilnehmerInnen mehrfach Mut machen, nicht aufzugeben und Geduld zu bewahren.
Im Mai flogen wir daher nach Jerusalem, um uns mit beiden Gruppen bzw. deren Jugendgruppenleitern zu treffen; wir wollten mehr verstehen und einschätzen können, ob unser Projekt wirklich eine Chance auf Realisierung hat. Etwas beruhigter kehrten wir nach den Gesprächen zurück und bereiteten das Face to Face Treffen vor.
Am 25. Juni war es dann soweit: über 30 junge Leute aus Bremen, Beersheva, Bethlehem / Hebron (Alter ca. 17 Jahre) trafen sich für 10 Tage im LidiceHaus. Das Programm war eine Mischung aus ‚Dialogarbeit‘, Erlebnispädagogischen Workshops und Simulationsübungen – gepaart mit Exkursionen und Breminale - Besuchen. Die 10 Tage waren für alle Beteiligten Tage der ‚Höhen und Tiefen‘: die Jugendlichen erlebten viel Spass sowie Annäherungen, aber auch ‚Tränen der Wut und der Verletzung‘. Alles was vorher Theorie war, geschah ganz hautnah: ein israelisches Mädchen rannte weinend aus dem Raum, weil sie nicht hören konnte und wollte, was ein palästinensischer Junge zu sagen hatte. Wir mussten den palästinensischen Jugendlichen verständlich machen, dass eine erlebte Kassamrakete in Beersheva (auch wenn sie ‚nur‘ ein Haus beschädigt und keine Menschen tötet) genauso traumatisieren kann wie nächtliche Militärrazzien, Verhaftungen oder Häusersprengungen durch die israelische Armee in den Orten der Westbank.
Und wir mussten die israelischen Jugendlichen immer wieder motivieren, sich auch die Geschichten der ‚anderen Seite‘ anzuhören. Während z. B. die israelischen Mädchen fanden, es wäre zu viel über Politik gesprochen worden, warfen uns einige der palästinensischen Jugendlichen vor, wir wären ‚viel zu pädagogisch‘ an die Themen heran gegangen. Auch das ist nicht untypisch für diese Konstellation.
Und unsere Bremer Jugendlichen? Zu Beginn war es wirklich nicht leicht für sie – aber nach und nach wurden sie selbstsicherer und achteten darauf, mit möglichst allen im Kontakt zu bleiben. Dialogarbeit mit Jugendlichen aus Konfliktregionen kann nicht ohne Konflikte geschehen, aber für uns Projektverantwortliche bleibt die Frage: wieviel und WAS alles soll ‚pädagogisch moderiert‘ werden und wieviel Raum darf sein für Emotionen. Wo sind die Grenzen zu ziehen? Sicherlich: zu Beginn haben alle TN die Spielregeln für Dialogarbeit mit ausgearbeitet – aber da war es noch die Theorie.
Erfreut hat uns die Nachricht aus Beersheva, dass die Schule gerne mit Dialogbegegnungen weitermachen möchte – auch unsere palästinensischen Partner erhoffen sich die Fortsetzung. Also prüfen wir nun mit ‚unseren‘ Bremer Jugendlichen die Rückbegegnung im kommenden Jahr – und hoffen und wünschen uns sehr, dass wir dort ‚einen gemeinsamen Ort‘ finden können, an dem sich alle drei Gruppen treffen und sicher sein können.
Das Projekt wurde gefördert:
- durch die Stiftung ‚Erinnerung – Verantwortung – Zukunft‘ (Programm ‚Europeans for Peace‘)
- sowie ConAct / Jugendministerium
- die Stiftung ‚Begegnung‘.
Dafür bedanken wir uns ganz herzlich.
Eine Filmdokumentation der Begegnung ist nun fertig – und ist als DVD erhältlich.
September 2010
Anette Klasing / LidiceHaus
Peter Menken
Oberstufe des Gymnasium Leibnizplatz / Bremen
> Download des Dokumentes: Artikel_f%FCr_BLZ_Jugendbegegnung_2010.pdf
Der in den letzten Jahren immer größere Bedeutung und Wertschätzung erfahrende Frauenfußball stellt für palästinensische Frauen in einer patriarchal geprägten Umgebung eine große Herausforderung dar – und bietet ihnen gleichzeitig auch Chancen! Die Frauenfußball Begegnungen schaffen neue Erfahrungsräume, Internationale Kontakte und bieten professionelle Begleitung.
12 Tage haben die deutschen und palästinensischen jungen Frauen in Seminar-, und Trainingseinheiten nicht nur Fußball gespielt, sondern auch an Interkulturellen Workshops teilgenommen. Ein weiteres Highlight war der Besuch in Hamburg: dort wurden unsere Gäste von Frauen des Deutsch – Palästinensischen Frauenvereins und von den Fußballerinnen des St. Pauli Fußballvereins empfangen. Die Palästinenserinnen gewannen das Spiel übrigens mit 3:2. Die jungen Frauen wurden auch von Willi Lemke, dem UN – Sonderbeauftragten für Sport und Friedensentwicklung bei ihm zu Haus empfangen – er und seine Frau bereiteten den Gästen einen wunderbaren Barbecueabend.
Willi Lemke sicherte weitere Unterstützung der Frauensportprojekte in Palästina zu.
Anette Klasing
LidiceHaus Bremen
0049 / 421 / 69272-14
www.lidicehaus.de
> Download des Dokumentes: Artikel+f%FCr+Pal%E4stinazeitung.pdf
Politik erleben! Alternate Reality Games in der politischen Jugendarbeit
19. – 21. Mai 2010 im Lidice-Haus, Bremen
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem basa e.V., dem Lidice Haus, dem ServiceBureau Jugendinformation und dem Waldritter e.V.
Anmeldeschluss 30. April 2010
Maximal 20 Teilnehmer
Teilnahmebeitrag: 90 EUR
Mittwoch , 19. Mai 2010
bis 14:00 Uhr Anreise im Lidice Haus, kurze Begrüßung und Einführung in das Spiel
14:00 – 23:00 Uhr ARG in der Stadt
Donnerstag, 20. Mai 2010
8:30 Uhr Frühstück
9:30 Uhr Begrüßung, Kennenlernrunde
Reflexion des Spiels
12:30 Uhr Mittagessen und Pause
14:00 – 15:30 Uhr Pervasive Games / ARGs (Geschichte und Formen)
15:30 – 16:00 Uhr Kaffeepause
16:00 - 17:30 Uhr Anwendung in der politischen Jugendbildung
Beispiel: Projekt Prometheus
18:30 Uhr Abendessen
20:00 Uhr optionales Abendangebot: Film „The Game“ (USA 2007, 123 Min.,
Regie: David Fincher) mit anschließender Diskussion
Freitag, 21. Mai 2010
8:30 Uhr Frühstück
9:30 – 12:30 Uhr Gruppenarbeit Anwendungsmöglichkeiten in der eigenen Arbeit mit
anschließender Präsentation
12:30 Uhr Mittag
13:30 – 15:00 Uhr Abschlussrunde und Seminarauswertung
> Download des Dokumentes: politikerleben.pdf
Die Jugendbildungsstätte Lidicehaus und das ServiceBureau Jugendinformation veröffentlichen ihren neuen Veranstaltungskalender. Auch in diesem Jahr werden wieder eine Vielzahl an Fortbildungs- und Jugendseminaren angeboten. Ab sofort hier zu finden.
> Download des Dokumentes: Bildungsplan+2010.pdfDokumentation des 4. Erlebnispädagogischen Fachtages 2009 in Bremen
> Download des Dokumentes: Dokumentation+EP+Fachtag+2009.pdfDiese Materialien für den Unterricht in Schulen sowie in außerschulischen Einrichtungen der Jugendarbeit zum Thema ‚Nahostkonflikt’ wurden von einer Bremer Lehrerin zusammen getragen und dem LidiceHaus zur Verfügung gestellt.
Dafür bedanken wir uns bei H. M.:
Anette Klasing / Bildungsreferentin
Dokumentation des Fachkräfteseminars des LidiceHauses im Internationalen Begegnungszentrum Bethlehem 2008
> Download des Dokumentes: Dokumentation+Bethlehemseminar+2008.PDFVoices of women engendering Peace & Democracy - Artikel: "Auf der Suche"
> Download des Dokumentes: Between+the+lines.pdfErfahrungen aus zweieinhalb Jahren Ziviler Friedensdienst
> Download des Dokumentes: Lasst+uns+nach+Bethlehem+gehen+und+schaun.PDFEin Trainingsmanual für Demokratiebildung in Jugendarbeit & Schule(von Anette Klasing, entwickelt für das Internationale Begegnungszentrum Bethlehem / Willy Brandt Zentrum Jerusalem - in englischer Sprache)
> Download des Dokumentes: Final_English_Manual.pdfDokumentation des 3. Erlebnispädagogischer Fachtag rund ums Thema Wasser, der am 20. Juni 2008 im LidiceHaus stattfand. Eine Kooperationsveranstaltung vom LidiceHaus, dem Landesinstitut für Schule, Gesundheit und Suchtprävention und dem Verein für Erlebnispädagogische Jugendarbeit Hannover (VEJ).
> Download des Dokumentes: DokuEP_Fachtag_Bremen_08.pdfAnette Klasing (LidiceHaus) Peter Menken (Oberschule Leibnitzplatz Bremen)
> Download des Dokumentes: Doku+Leihst+du+mir+deinen+Blick+final.pdfSchon direkt nach dem Überfall und zu Beginn der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gab es eine Vielzahl von Drohungen gegenüber Zeugen und Opfern, die u.a. dazu führten, dass seitens der Polizei und der Staatsanwaltschaft aufgrund der besonderen Gefährdungslage zwei Dinge zugesagt wurden:
Ø Opfer und Zeugen werden in diesem Verfahren besonders geschützt
Ø Das Verfahren wird sehr sorgfältig und umfangreich geführt, die Täter sollen nicht den Eindruck gewinnen, ihre Aktivitäten, Überfälle und Körperverletzungen würden in Bremen als Bagatelle gehandhabt.
Der Prozessauftakt gestern spiegelte von all dem nichts wieder. Beklagte als auch ihre zum Teil stattbekannten „Freunde“ aus dem rechten und Hooliganspektrum traten vermummt auf, fotografierten und beschimpften ohne irgendein Einschreiten seitens des Gerichtes Zeugen und Prozessbesucher. Die klare Haltung der Einschüchterung gegenüber Allen, die gegen Sie aussagen könnten, war allseits sichtbar. Das Gericht verhielt sich dazu in keiner Weise.
Im Gegenteil: Seitens des Gerichtes wurden entgegen allen vorherigen Vereinbarungen Namen und Anschriften von Zeugen öffentlich genannt. Das Gericht akzeptiert offenbar alle Auftretensweisen der rechten Szene, vor dem Prozessbeginn, im Verfahren, in den Pausen, nach der Verhandlung als Besucher sich scheinbar sehr ermutigt gefühlt haben Zeugen und JournalistInnen nachzustellen.
Der vorsitzende Richter zeigte deutliches Interesse, den Prozess als „Bagatelle“ zu handhaben, regte an, die Anklage einzuschränken und herunter zu stufen. Im Raum stehen Verwarnungen unter Strafvorbehalt im Umfang zwischen 30 und 90 Tagessätzen. Damit entgehen die brutalen Straftäter voraussichtlich, obwohl sicher nicht Ersttäter, einer Vorstrafe und Verurteilung.
Zu Recht schreibt der Weserkurier dieses Verfahren sei nur noch zu übertreffen in der herangeführten Begründung: „der vorliegende Fall sei nicht so außergewöhnlich“ und weiter
„1:0 für rechte Schläger“. Überfälle von Gruppen aus dem rechten Spektrum gegenüber Menschen und Einrichtungen, die sich für Demokratie und gegen Diskriminierung engagieren, sind keine „Auseinandersetzungen mit innerfamiliären Charakter“. Dieses so zu werten ist zutiefst falsch und zynisch gegenüber allen Opfern solcher Angriffe.
Die Signale an die rechte Szene insgesamt sind verheerend: sie fühlen sich ermutigt und gestärkt, selbst schwere Körperverletzungen aus dem Umfeld von Gruppen die als gewalttätig und in der Rechten Szene verbunden sind, werden in Bremen aus den Anklagepunkten genommen, scheinbar um ein schnelleres Verfahren im Vorfeld einer Vorstrafenfähigen Verurteilung zu ermöglichen. Ihnen passiert scheinbar nichts, auch wenn sie Menschen verletzen und in Gefahr bringen.
Jeder, der sich etwas in den Szenen auskennt, egal ob aus staatlichen oder zivilgesellschaftlich demokratischen Kreisen, weiß um die Gefahr eines erneuten Anstiegs von Einschüchterungen und Gewalt aus diesen Kreisen. Sie terrorisieren und bedrohen seit Jahren nicht nur sog. Linke Fan-Gruppen und antifaschistische Initiativen. Auch die gewalttätigen Überfälle auf unsere Einrichtung, das LidiceHaus und andere Einrichtungen der demokratischen Bildung und Kultur im Jahr 2008 zeigt die Bereitschaft, mit Gewalt gegen jeden vorzugehen, die ihnen und ihrer Ideologie „im Weg“ stehen.
Wer darauf gehofft hat, dass alle Beteiligten der Justiz mit einer klaren Haltung und allen Mitteln der vorhandenen Gesetze auf solche Vorgänge reagieren wird, kann nur bitter entsetzt sein.
Für das LidiceHaus Team
Andrea Müller
Datum: Pressemitteilung zum Prozessbeginn am 22. 09. 2011 vor dem Bremer Amtsgericht..
> Download des Dokumentes: dokuelternberatung.pdf..
> Download des Dokumentes: Wortergreifung-low+korrigiert.pdf