Erinnerungspädagogik


Historisch-politische Bildungsangebote und erinnerungspädagogische Seminare sind fester Bestandteil unseres Angebots. Die Themen und methodischen Zugänge zur Geschichte sind im Wandel: mittlerweile sind über 40 % unserer jugendlichen Teilnehmer_innen in den Seminaren und Projekten junge Menschen mit sog. Migrationshintergrund. Viele von ihnen bzw. ihre Eltern kommen aus Ländern und Regionen, in denen gewaltförmige Konfl ikte oder Kriege den Alltag und das Erleben bestimmten. Welche Bedeutung haben die Erinnerungen und Geschichte(n) sowie die Verschmelzungen von Geschichte und subjektiver Weltanschauung für die Jugendlichen und für die Demokratiebildung?

Wir wollen mit unseren neuen Angeboten Jugendliche mit und ohne internationaler Geschichte ansprechen und möchten sie für die Bedeutung der eigenen Geschichte, aber auch für die Geschichte(n) Anderer interessieren. Die Lebenswelten und Themen der Jugendlichen sind dabei zentral: Was beschäftigt sie und welche Bedeutung haben historische Narrative in diesem Zusammenhang? In Bremen sind viele historische Spuren erhalten geblieben. Diese Spuren zu entdecken und für die eigene Gegenwart zu deuten, ist eines der Angebote. Die Kolonialgeschichte Bremens ist ein Thema, mit dem wir uns 2017 befassen werden.

Zusammen mit unseren Partnern „Aus den Akten auf die Bühne“ bieten wir zudem Workshops für Jugendliche an: diese werden sowohl Recherchearbeiten als auch szenische Lesungen und Rollenspiele beinhalten. Geschichte und Geschichten werden erlebbar und interessant! Geschichtspädagogik und Erinnerungskulturen brauchen eine europäische und internationale Perspektive: Das LidiceHaus
arbeitet seit vielen Jahren mit Partner_innen aus Tschechien, Bosnien, Kroatien, Türkei, Polen, Israel und Palästina zusammen. Der aktuelle nationalstaatliche Diskurs sowie Rechtsruck in etlichen europäischen Ländern macht deutlich, wie wichtig internationale Kontakte und Begegnungen geworden sind.

Olan Scott Pinto


Pädagogische Bausteine aus diesem Schwerpunkt