Transkulturalität in der Jugendhilfe


Menschen können in diversen kulturellen Umgebungen aufwachsen und sich mit verschiedenen Gebräuchen und Traditionen „heimisch“ fühlen. Dieses Aufwachsen bestimmt nicht allein die Person, vielmehr müssen auch sozio-ökonomische, soziale und politische Faktoren einbezogen werden.

Die Vorstellungen von Kultur entsprechen meist homogenen Gebilden, die in anderen Nationen, „Ethnien“ oder Regionen verortet werden. Diese nationale Verortung trifft aber in der heutigen Zeit nicht mehr zu. Kulturen können eher als Mischungen und Durchdringungen gedacht werden.

Transkulturalität schafft Begegnungsräume: Jugendliche sollen nicht in Schubladen ihrer ethnischen Herkunft oder vermeintlichen Kultur gesteckt werden. Stattdessen wird nach Themen gefragt, die alle Jugendlichen ansprechen. Diverse kulturelle Prägungen werden als bereichernd und als Möglichkeit des gegenseitigen voneinander Lernens verstanden. Kulturelle Vielfalt wird als wertvolle Ressource wahrgenommen und genutzt.

Transkulturalität zielt darauf, gesellschaftliche Diskriminierung zu analysieren und abzubauen. Es wird hier besonderer Wert auf die üblicherweise wenig wertgeschätzten Ressourcen der jungen Menschen gelegt, die sie aus ihren (sub)kulturellen Hintergründen mitbringen: So erfahren z.B. die – in Deutschland von wenigen Menschen gesprochenen - Erstprachen der Jugendlichen besonderer Anerkennung (hier kommen Methoden der Internationalen Jugendarbeit zum Einsatz).

Für Transkulturalität sind die Individuen mehr als die Kulturen entscheidend. Sie tragen unterschiedliche kulturelle Elemente in sich (Patchwork Identitäten). Durch transkulturelle Bildung wird die Zielgruppe für individuelle Kulturen, Sozialisationen und persönliche Erfahrungen der Menschen sensibilisiert, um erfolgreich zur Gestaltung einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft beitragen zu können.

Ansprechpartnerinnen: Natia Conrad und Carmen Strehl


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Transkulturalität in der Jugendhilfe ist ein Kooperationsprojekt mit der senatorischen Behörde für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport.