09.07.2018

Bildungsreferent*in für soliport gesucht


Für das landesweite Beratungs-­ und Unterstützungsangebot "soliport ‐ Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt solidarisch beraten und unterstützen" suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Verstärkung unseres Teams. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 32 Stunden, die Stelle ist zunächst bis zum 31.12.2019 befristet.



Die Jugendbildungsstätte LidiceHaus sucht für das landesweite Beratungs- und Unterstützungsangebot soliport - Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt solidarisch beraten und unterstützen zum nächstmöglichen Zeitpunkt

ein*e Bildungsreferent*in für die Beratungstätigkeit mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 32 Stunden.


Das Beratungs- und Unterstützungsangebot soliport richtet sich an Betroffene rechter, rassistischer, antisemitischer, trans-, inter-, queer- und homofeindlicher, sozialdarwinistischer und antiemanzipatorischer Gewalt. Letztere richtet sich gegen Personen, die sich (vermeintlich) für emanzipatorische und gegen rechtsextreme und rechtspopulistische Werte engagieren.

Das Beratungs- und Unterstützungsangebot verfolgt einen parteilichen, niedrigschwelligen und zugehenden Ansatz. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse und Perspektiven der Ratsuchenden. soliport unterstützt sie darin, ihre Rechte wahrzunehmen und die (im)materiellen Folgen eines Angriffs zu bewältigen. Ziel ist, dass Betroffene rechtsmotivierter Gewalt praktische Solidarität erfahren und in ihrem Handeln gestärkt werden.


Die Aufgaben von soliport beinhalten:

Bereitstellung eines Beratungs- und Unterstützungsangebots, das parteilich, vertraulich sowie auf Wunsch anonym ist und folgende Aspekte umfassen kann:

  • proaktive, niedrigschwellige Unterstützungsangebote an Betroffene formulieren
  • psychosoziale Beratung/Begleitung
  • Entscheidungsbegleitung für selbstbestimmte Umgangs- und Reaktionsmöglichkeiten
  • Begleitung zu Behörden, durch Gerichtsverfahren und zu anderen relevanten Stellen
  • Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Anwält*innen, Ärzt*innen, therapeutischen Einrichtungen
  • Unterstützung bei Anträgen für (Entschädigungs-)Leistungen
  • Angebote für Betroffene und/oder Betroffenengruppen entwickeln, z.B. Empowerment-Workshops
  • fallbezogene Öffentlichkeitsarbeit und lokale Interventionen.

 
Öffentlichkeitsarbeit

  • Recherche und Monitoring von rechtsmotivierten Angriffen
  • Informationsmaterialien und Dokumentationen erstellen
  • Öffentlichen Veranstaltungen für eine Solidarisierung mit Betroffenen und eine Sensibilisierung für die Ursachen und Folgen rechtsmotivierter Gewalt planen, durchführen und auswerten


Vernetzung sowie Erfahrungs-und Informationstransfer

  • Aufbau von Unterstützungsnetzwerken
  • Kooperation und Vernetzung mit Bremer und Bremerhavener Gruppen, Einrichtungen, Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, die sich in dem Arbeitsfeld engagieren, auf kommunaler, regionaler und Landesebene
  • Verweisberatung in Kooperation mit bestehenden Beratungs- und Fachstellen
  • Entwicklung von Bildungsangeboten für Multiplikator*innen
  • Teilnahme an bundesweiten Tagungen und Weiterbildungen sowie Engagement im bundesweiten Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG e.V.).

Berichtswesen

  • Antrag, Controlling und Abrechnung der Finanzmittel.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite von soliport.


Anforderungen an die Berater*in

  • (Fach-)Hochschulabschluss
  • Erfahrungen in der Beratungsarbeit, bevorzugt in der sogenannten Opferberatung
  • fundierte Kenntnisse über die verschiedenen Ideologieelemente rechtsmotivierter Gewalt; vertiefte Kenntnisse über antimuslimischen Rassismus sind von Vorteil
  • zusätzliche Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Recherche oder im Berichtswesen sind erwünscht
  • Motivation zur und Freude an der Teamarbeit, Bereitschaft zur positionierten Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und zur Selbst- und Teamreflexion
  • Erfahrungen in der Selbstfürsorge
  • analytisches und konzeptuelles Denkvermögen
  • sicherer Ausdruck in Schrift- und Sprechsprache
  • kommunikative und koordinierende Fähigkeiten
  • Mehrsprachigkeit von Vorteil
  • Bereitschaft zu aufsuchender Arbeit.

 

Wir
bieten:

  • eine gesellschaftspolitisch verantwortungsvolle und vielseitige Tätigkeit
  • eine Einbindung in ein motiviertes und engagiertes Team
  • Mitgestaltung bei der weiteren Implementierung von soliport
  • regionale und bundesweite Vernetzungsmöglichkeiten
  • regelmäßige Teamsupervision und Weiterbildung
  • eine relativ flexible Arbeitszeitgestaltung sowie
  • eine Vergütung in Anlehnung an TVL 11.


Marginalisierte Perspektiven/eigene Diskriminierungserfahrungen stellen bei der Arbeit an der Seite von Betroffenen rechtsmotivierter Gewalt eine Ressource dar. Das LidiceHaus möchte deshalb insbesondere Migrant*innen, People of Color, Juden und Jüdinnen, Rom*nja und Sinte*zza sowie Schwarze Menschen und Muslim*innen zu einer Bewerbung ermutigen.

soliport
wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport Bremen gefördert. Die Stelle ist vorbehaltlich der jährlichen Bereitstellung von Projektmitteln bis zum 31.12.2019 befristet. Eine Weiterförderung des Projektes wird angestrebt.

Für weitere Informationen stehen wir unter (0421) 69 272-17 oder (0421) 17 83 12 12 zur Verfügung.

Bitte schicken Sie uns Ihre vollständigen Unterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, ggf. Arbeitszeugnisse) bis zum 3. August 2018 per Mail als eine PDF-Datei an Anne Dwertmann, Geschäftsführerin des LidiceHauses.

Die Bewerbungsgespräche sind für den 7. August 2018 geplant.


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